PERSÖNLICHKEITEN KARL STILP
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Karl Stilp

Geburtsdatum: 4. November 1668
Sterbedatum: 1735
Karl Stilp wurde im Jahre1668 in Waldsassen geboren. Er war der Sohn eines Waldsassener Schreiners. Seine erste Ausbildung im Schreinerhandwerk erhielt er von seinen Vater. Dieser verstarb aber schon im Jahre 1684. Karl Stilp ging er auf Wanderschaft und erlernte die Kunst der Bildhauerei, vor allem in Böhmen. Wann er nach Waldsassen zurückkehrte, ist nicht bekannt.
Die heutige Basilika von Waldsassen, damals noch Klosterkirche, wurde gerade erbaut.

Der Abt des Klosters muss seine künstlerische Begabung erkannt haben, denn er erteilte ihm so den Auftrag für die Schaffung des Hochaltares aus kostbarem Salzburger Marmor.

Karl Stilp war erst 22 Jahre alt, als er diesen Altar schuf. Die Figuren zeigen, wie der Erzengel Gabriel der hl. Maria verkündet, dass sie die Mutter Jesu Christi werden solle. Der Kugeltabernakel stellt die Weltkugel dar. In der Vergoldung spiegelt sich die ganze Kirche. Stilp schnitzte noch weitere Heiligengestalten für die ehemalige Waldsassener Klosterkirche, vermutlich auch den Orgelprospekt. 1725 begann Karl Stilp mit den Arbeiten für den berühmten Bibliothekssaal des Klosters. Die lebensgroßen Holzfiguren stützen mit ihren Schultern die Empore. Die Tragefigur rechts vom Eingang zeigt einen bärtigen Mann, ein Selbstporträt des Schnitzers. Stilp war für den gesamten plastischen Schmuck der Bibliothek verantwortlich.

Eine begeisterte tschechische Besucherin gab diesem Künstler den Beinamen: „Michelangelo des Stiftlandes“. Karl Stilp erwarb ein Haus in Eger. Er erwarb im Jahre 1697 das Egerer Bürgerrecht.

Seine Werke sind nicht nur in Waldsassen und im Stiftland zu finden, sondern auch in vielen Kirchen des Egerlandes. Hier arbeitete er z. B. in der Wallfahrtskirche Maria Kulm (Chlum Svaté Maríy). Auch die berühmte Pestsäule auf dem Marktplatz von Ellbogen (Loket) wurde von ihm entworfen.

1735 (oder 1736) ist er in Eger gestorben. Über sein Leben wissen wir sehr wenig, denn er war „nur der Sohn eines Schreiners“. Die Kunstwerke aber, die er geschaffen hat, sind von einzigartiger Schönheit. Sie werden heute von Besuchern aus allen Ländern der Welt bewundert.

Günther Juba

Bilder:

Selbstdarstellung Karl Stilps in der Klosterbibliothek
Der Hochaltar der Basilika Waldsassen
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